Modelle und Anregungen für alle, die Gottesdienste vorbereiten

Abonnement Hefte

Gratis-Ideen aus dem Heft

23.09.2018 - 25.Sonntag im Jahreskreis§23.09.2018

Wort-Gottes-Feier am 25. Sonntag im Jahreskreis

Gestaltungsidee: Die Kinder, die an diesem Gottesdienst teilnehmen, kommen nach vorn. Alle Mitfeiernden, die dazu bereit sind, bilden einen dichten Kreis um sie. Sie fassen sich an den Händen und singen mit der ganzen Gemeinde ein Segenslied für die Kinder, z.B. GL 490 »Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen…« oder GL 850 (Regionalteil LM) »Herr, wir bitten, komm und segne uns…« oder GL 405: »Nun danket alle Gott«. Danach bilden die Erwachsenen ein Tor an einer Stelle des Kreises. Die Kinder treten einzeln durch dieses Tor aus der Mitte heraus und werden durch die GL oder von dazu bereitstehenden Eltern mit Weihwasser gesegnet. Sie erhalten ein Segensbild zum Ausmalen und Mitnehmen.
(www.supercoloring.com/de/ausmalbilder/jesus-segnet-die-kinder)

1Alle Eingangslied: GL 142

2Gl Liturgischer Gruß

Wir haben uns zum Gottesdienst versammelt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.- Alle: Amen.

Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.- Alle: Der Himmel und Erde erschaffen hat.

3Gl Einführung

Viele Menschen unserer Zeit schätzen die Bibel, lesen sie aber nicht. Sie begründen das damit, dass die Sprache der Bibel nur schwer verständlich sei. Auch im heutigen Evangelium verstehen einige Jünger die Worte Jesu nicht. Sie wenden sich- so wie viele Menschen heute- anderen Themen zu. Jesus spricht vom ewigen Leben, von seinem Leiden, Tod und Auferstehung, die Jünger hingegen diskutieren ihre gesellschaftliche Stellung auf der Erde.

Bitten wir Jesus in diesem Gottesdienst darum, uns den Sinn seiner Worte zu erschließen.

4Gl Kyrie

Herr Jesus Christus, öffne unsere Ohren, dein Wort zu hören.

Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, öffne unser Herz, dein Wort zu bedenken.

Christus, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, öffne unsere Hände, deinem Wort getreu zu dienen.

Herr, erbarme dich.

5Gl Eröffnungsgebet

Heiliger Gott, du hast uns das Gebot der Liebe zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen als die Erfüllung des ganzen Gesetzes. Gib uns die Kraft, dieses Gebot treu zu befolgen, damit wir das ewige Leben erlangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

6Lek Erste Lesung: Weish 2,1a.12.17-20

7Kan Psalm: Ps 54,3-4.5-6.8-9 (R:6)

8Lek Zweite Lesung: Jak 3,16- 4,3

9Kan Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Durch das Evangelium hat Gott uns berufen

zur Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn.

Halleluja.

10Gl Evangelium: Mk 9,30-37

10aGl Verehrung des Wortes Gottes

Nach der Verlesung des Evangeliums wird das Lektionar auf einen vor dem Altar vorbereiteten Tisch (weißes Tischtuch) auf eine Buchstütze gelegt. Das Tagesevangelium wird aufgeschlagen, rechts und links wird eine brennende Kerze aufgestellt.

Schwestern und Brüder, das Wort Gottes ist für den einen schwer verständlich, den anderen trifft es mitten ins Herz. Jesus spricht mit seinen Worten jeden an. Er ruft jeden und jede von uns in seine Nachfolge und er möchte uns für diesen Dienst stärken.

Ich lade Sie ein, jetzt nach vorne zu kommen und das Wort Gottes zu verehren. Bitten Sie Jesus, Ihnen den Sinn der Schrift zu erschließen. Sie können sich vor der Bibel verneigen oder sie eine kurze Zeit mit der Hand berühren.

Während die Gottesdienstbesucher das Wort Gottes verehren, wird im Wechsel das Lied: »Schweige und höre« (GL 433,2) gesungen oder passende Orgelmusik gespielt.

11Gl Auslegung

Ich wäre gerne dabei gewesen, als Jesus das Kind in die Arme nahm und in die Mitte stellte. Das war seine anschauliche Antwort auf die eifersüchtige Diskussion der Jünger, wer unter ihnen der Größte sei.

Jesus stellt keine Reihenfolge her, hebt niemanden von den Erwachsenen hervor, verteilt keine Pokale, kürt nicht die Schönste im Land und veranstaltet keinen Song-Contest. Er geht den umgekehrten Weg, die göttliche Skala der Wichtigkeiten stellt unsere Maßstäbe wieder einmal auf den Kopf. Heute und an den folgenden Sonntagen geht es um Kinder.

Wir erleben einen Jesus, der Kinder zu den wichtigsten Menschen der Welt erklärt, eine Kinderschutzverordnung aufstellt und sie segnet und zum Zeichen des Segens erklärt.

»Wenn du ein Kind siehst, begegnest du Gott auf frischer Tat«, so oder ähnlich hat Martin Luther es ausgedrückt. Im Verlauf der Kirchengeschichte hat die Rede von den »Kindlein« einen unangenehmen Beigeschmack bekommen. Das Reden vom Kind in der Verniedlichungsform erinnert gar zu sehr an Schäfchen, die naiv und willig überallhin folgen, wohin der Hirte sie führt. Und die Hirten sind nicht immer gut gewesen- viele haben sich auf traurige Weise entpuppt. Es ging lange darum, die Menschen dumm und gefügig, ungebildet und ausgeliefert zu halten. Das Wort Gottes zu lesen war den Hirten vorbehalten, die Auslegung in ihre Hände gelegt. Die »Kindlein«- das waren die von Angst und schlechtem Gewissen handlungsunfähig gemachten einfachen Christinnen und Christen. Es ist noch nicht lange her, da fürchteten sich viele Gläubige mehr vor Gott, anstatt ihn als guten und barmherzigen Vater anzunehmen.

»Wenn du ein Kind siehst, begegnest du Gott auf frischer Tat.« Ob der Lehrer das verstanden hat, der- in einem Witz- die kleine Anna im Kunstunterricht beobachtet? Sie ist ganz bei der Sache, schwelgt in Farben, mischt und übermalt, schafft und strahlt dabei.

»Na, Anna, was malst du denn Schönes?«, fragt der Lehrer die eifrige kleine Schülerin. »Ich male den lieben Gott!«, sagt Anna.

»Aber Anna, den lieben Gott kann man doch nicht malen. Wir wissen doch gar nicht, wie er aussieht!«, sagt der Lehrer milde lächelnd.

»Warten Sie noch fünf Minuten«, sagt Anna fröhlich, »dann wissen Sie's!«

Schauen Sie genau hin, wie das Kind malt, dann wissen Sie es bereits im gleichen Moment, möchte man hinzufügen. Die Hingabe an den Moment, das Glück kreativen Schaffens, die Absichtslosigkeit, Fantasie und Ergebnisoffenheit im

kindlichen Spiel ist ein Bild für die schöpferische Energie Gottes. Die unzähligen Spielarten und Variationen in der Natur erzählen von ihm. Gott ist kein Veranstalter von Wettbewerben, um das »Survival of the Fittest« zu ermitteln. Er bejaht unsere Prozesse, nicht nur unsere Ergebnisse. Er hat uns Menschen dazu größtmöglichen Freiraum gewährt. Die Grenze des Erlaubten ist immer definiert durch die Freiheit und Sicherheit des Nächsten. »Liebe- und dann tu, was du willst!«, so hat es Augustinus formuliert.

An einem der nächsten Sonntage werden wir mit dem Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe konfrontiert, das Jesus uns als Zusammenfassung aller anderen Gebote, Weisungen und Gesetze an die Hand gibt. Kinder können uns das vormachen. Sie sind- wenn man sie nicht schon in früher Zeit zugrunde richtet- vertrauensvoll und offen. Sie erwarten das Gute und lernen am Vorbild, es auch zu tun. Gott zeigt sich für sie in allem Positiven, was sie entdecken und erleben. Die Eltern sind die ersten Stellvertreter Gottes für das junge Kind. Weitere Bezugspersonen und der erweiterte Radius der Welterfahrung öffnen der Horizont. Dieser kindliche Horizont ist noch offen für den Blick in eine heile Welt, in der alles richtig ist und zusammengehört. Wenn es in stabilen Verhältnissen aufwächst, macht das heranwachsende Kind erst im Lauf der Zeit die Erfahrung von tiefem Kummer und Schmerzen, für die es keinen einfachen Trost gibt. Es begreift nach und nach, dass die Eltern auch nur Menschen mit engen Grenzen sind, dass das Leben böse Überraschungen bereithält und endlich ist.

Der Kinderglaube an die Allmacht und den unbedingten göttlichen und elterlichen Schutz kommt in die Krise. Der Glaube, das Weltbild verändert sich. Es kann dazu führen, dass der Kinderglaube, wie im Sprichwort das Kind selbst, mit dem Bade ausgeschüttet wird. Er kommt abhanden und an seine Stelle tritt ein kritischer Realismus. »Wenn jeder an sich selber denkt, ist an alle gedacht!« Der Egoismus, der Wunsch, zu den Besten zu gehören, liegt uns in den Genen. Manchmal ist das auch gut so, schützt davor, ausgenutzt zu werden, und bringt uns voran. Aber die Grundhaltung zum Leben, zum Lieben und zur Verbindung mit dem Himmelreich ist eine andere.

Wir können sie wieder neu erlernen, wenn wir uns mit Kindern auf Augenhöhe begeben, denen noch kein Haar gekrümmt, noch kein Zahn gezogen wurde. Wir können diese Verbindung neu entdecken, wenn wir dem Kind zuhören, das wir selber einmal waren. Diese Stimme ist noch immer tief innen zu vernehmen.

Jesus umarmt dieses Kind und rät dazu, es anzunehmen, es in die Lebensplanung aufzunehmen. Dann ist auch er ganz bei uns. Der Wettkampf um den ersten Platz ist gelaufen. Mit Jesus an der Seite haben wir schon gewonnen. Amen.

12Alle Predigtlied: GL 470

13Alle Glaubensbekenntnis: GL 3,4

Gl Wir sprechen gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis.

14Gl Friedenszeichen

Jesus sagt: Meinen Frieden gebe ich euch. Wo wir diesen Frieden annehmen, wird Hass und Feindschaft überwunden.

Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens.

15Gl Kollekte

Frieden ermöglichen heißt auch: Miteinander teilen … (Ansage des Kollektenzwecks).

16Alle Lobpreis: GL 670H

17 Fürbitten

Gl Beten wir gemeinsam für die Kinder auf unserer Erde.

Lek Lass alle, die in der Kirche Leitungsaufgaben wahrnehmen, ihre Arbeit als Dienst am Menschen und an dir begreifen.

Beende Kinderarbeit, -sklaverei und -pornografie und stärke weltweit die Rechte der Kinder auf ein geschütztes Heim, Bildung und Zeit für Spiel und Freude.

Lass alle Kinder in Familien aufwachsen, wo sie elterliche Liebe und Geborgenheit erfahren.

Nimm dich besonders der unschuldig leidenden Kinder an, lass sie an dir Halt und Trost finden.

Schenke allen Kindern ein Zuhause, die ohne Eltern aufwachsen müssen, zeige du dich ihnen als gütiger Vater.

Erhalte in uns den vertrauensvollen Glauben an dich, dass du tatsächlich dein Heil in der Welt wirkst.

Gl Denn du hast dich erniedrigt und bist am Kreuz gestorben, du leidest mit den Geringen und Armen. Vor dir allein verneigen wir uns, jetzt und allezeit. Amen.

18Gl Vaterunser

Wir heißen Söhne und Töchter Gottes und sind es. Darum beten wir voll Vertrauen:

Vater unser…

19Alle Danklied: GL 382

20Lek Schlussmeditation

Belehrung

Wenn ich unterwegs bin mit dir

und du zu mir sprichst

und ich verstehe den Sinn deiner Worte nicht,

lass mich keine Scheu haben

nachzufragen.

Denn zu dir gehören, heißt: dir zuhören.

Wenn ich unterwegs bin mit dir

und du zu mir sprichst

und ich gedanklich woanders bin,

nicht mehr bei dir,

sondern einzig bei mir und meiner Sorge,

ob ich vor allem die Größte sei,

nimm den Patz ein, der dir gebührt in meinem Innersten,

ruf mich zu dir, ruf dich in Erinnerung.

Denn zu dir gehören, heißt: dir zuhören.

Kehr die Werte um, erklär mir das Siegertreppchen neu,

sag mir, dass ganz oben steht,

wer sich mit denen ganz unten

auf eine Stufe stellt.

Erklär mir den Lebens-Lauf neu.

Sag mir, dass als Erster sein Ziel erreicht,

wer die Nächsten nicht zu den Letzten macht.

Dann nimm das Kind, das ich bin

und das sich klein fühlt und so gern größer wäre als es ist,

in deinen Arm

lass mich spüren, dass du mich liebst,

dass es nichts Großartigeres gibt

als von dir aufgenommen zu sein

und dich aufzunehmen, Wort Gottes.

Belehre mich.

Dass ich dir nicht entgehe.

Ute Elisabeth Mordhorst in »Kurzmeditationen.
Zu den Evangelien aller Sonn- und Feiertage«, S.164-165,
Verlag Herder GmbH, Freiburg i.Br. 2010

21Gl Segensbitte

So wollen wir den Herrn um seinen Segen bitten:

Gott lasse unsere Liebe reicher werden an Einsicht und Verständnis, damit wir erkennen, worauf es ankommt. Er erfülle uns mit der Frucht der Gerechtigkeit, durch die wir unserem Herrn Jesus Christus Lob und Ehre erweisen.

Alle: Amen.

Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme auf uns herab und bleibe bei uns allezeit.

Alle: Amen.

22 Entlassung

Gl Singet Lob und Preis.

Alle Dank sei Gott, dem Herrn.

Helga Jütten / Regina Groot Bramel (Predigt)