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18.06.2017 - 11. Sonntag im Jahreskreis

Teamwork – Katechese mit Anspielen – Für Kinder

Einleitung

Liebe Kinder, wir sehen jetzt drei kleine Anspiele. Schaut sie euch einmal gut an, damit wir uns nachher darüber unterhalten können.

Anspiel 1: Fußballmannschaft

Erzähler: Ein paar Kinder kicken gegen andere auf einem Bolzplatz, die eine Mannschaft kassiert ein Tor nach dem anderen.

Tom (wütend): Pass doch mal besser auf, Stefan. Den Ball hättest du kriegen müssen.

Stefan (genervt): Kannst du nicht genauer schießen, damit ich den Ball auch annehmen kann!

Uli (ebenfalls wütend): Tom, siehst du nicht, dass da jemand ganz frei ohne Deckung steht?

Erzähler: Die Kinder schreien sich gegenseitig an, werden immer wütender aufeinander. Die Stimmung geht dem Tiefpunkt entgegen. Da kommt einer der Väter vorbei und sieht das Chaos.

Vater: Ich helfe euch. Kommt mal her. Ihr müsst auf den kleinen Spieler aufpassen, der ist überall und brandgefährlich. Der Große ist nicht so gut, den könnt ihr gut austricksen.

Erzähler: Der Vater erklärt mögliche Spielzüge und wer wo stehen soll. Und plötzlich gelingt ein Tor.

Anspiel 2: Einüben eines Musikstücks

Erzähler: Drei Kinder wollen ein Musikstück einüben.

Drei Kinder musizieren zusammen. Beim ersten Mal setzen nicht alle gleichzeitig ein, beim zweiten Mal spielt ein Kind zu schnell, beim dritten Mal sind zwei Kinder schon fertig und das andere spielt noch.

Erzähler: Die Mutter hört, wie schief sich das anhört. Sie kommt ins Zimmer.

Mutter: Ich helfe euch. Ich gebe den Einsatz und dirigiere, damit ihr alle gleichzeitig anfangt und im gleichen Tempo spielt.

Erzähler: Die Kinder musizieren jetzt unter der Anleitung der Mutter. Es klappt wunderbar und alle sind zufrieden.

Anspiel 3: Einüben eines Gruppentanzes

Erzähler: Eine Gruppe Kinder trifft sich, um Gruppentänze für einen Auftritt einzuüben. Da gibt es viele verschiedene Figuren, diese haben die Kinder in Kleingruppen oder selber geübt. Jetzt ist die erste gemeinsame Probe. Die Kinder tanzen ihre Figuren wild durcheinander.

Ein paar Kinder tanzen für sich ihre Figuren.

Übungsleiterin: Ihr könnt eure Figuren ja schon sehr gut und habt viel geübt. Jetzt schauen wir mal, wie alles zusammenpasst.

Erzähler: Die Übungsleiterin sagt den Kindern, wo sie stehen sollen und wann ihre Einsätze sind. Aus den verschiedenen Figuren wird nun ein wunderschönes Ganzes.

Die Kinder tanzen einen kleinen Tanz zusammen.

Kurzes Gespräch

Was habt ihr von den Anspielen behalten? Erzählt mal! Woran lag es letztlich, dass nachher doch alles geklappt hat?

Zusammenfassend: Es war jemand nötig, an dem sich die Kinder orientieren konnten:

  • der Vater, der die Fußballer organisierte,
  • die Mutter, die die Einsätze gab,
  • die Leiterin der Tanzsportgruppe, die für die richtige Choreografie sorgte.

Wir hören gleich eine Geschichte aus der Bibel, aus dem Neuen Testament. Hört einmal gut zu, vielleicht habt ihr dann eine Idee, warum wir gerade die Anspiele gesehen haben und was diese mit dem Evangelium zu tun haben.

Begrüßung des Evangeliums durch ein Lied

Vorlesen des Evangeliums: Mt 9,36- 10,8 (evtl. auch nur bis 9,38)

Katechese

Habt ihr eine Idee, was die drei Anspiele mit dem Evangelium zu tun haben? (Hinführung zur sinngemäßen Antwort)

  • Das Zusammenspiel beim Fußball klappte, als der Vater den Spielern Orientierung gab. Die einzelnen Fußballspieler waren zwar sehr talentiert, aber sie brauchten jemanden, der ihnen half, ein Team zu werden.
  • Die Musikerinnen konnten jede für sich gut spielen, es brauchte aber jemanden, der ihnen half, gemeinsam zu beginnen und das Tempo zu halten.
  • Die Tänzerinnen und Tänzer haben zwar ihre jeweiligen Teile einstudiert, aber es bedurfte der Übungsleiterin, damit aus den einzelnen Teilen ein Ganzes wurde.

Und ähnlich sind wir alle mit vielen Fähigkeiten ausgestattet und haben viele Talente, aber wir brauchen auch jemanden, der uns hilft, als Gemeinschaft zusammenzuleben und die Spielregeln des Spiels »Leben« zu verstehen.

Jesus hat uns durch sein Leben und durch seine vielen Geschichten und Predigten Hinweise gegeben, wie die Spielregeln des Lebens aussehen können. Und er hat uns zugesagt, dass wir im Spiel des Lebens niemals alleine sind, sondern dass wir uns vielmehr darauf verlassen können, dass er uns begleitet und beisteht. An Jesus können wir uns orientieren, an ihm unser Leben ausrichten.

Allerdings haben wir nicht das Glück, dass Jesus uns persönlich so begegnet, wie wir uns unter einander begegnen. Deshalb ist es gut, dass es Menschen gibt, die uns von ihm erzählen und glaubhaft vermitteln, dass Jesus unser Leben bereichert, dass er Orientierung schenkt.

Dafür braucht es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen es aber- so der Bibeltext- zu wenige gibt, da es so viele Menschen gibt, die auf der Suche nach einem gelingenden Leben sind.- Hab ihr eine Idee, wer heute diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jesus sind? Lasst uns mal gemeinsam überlegen.

Erarbeitung der folgenden, sicherlich nicht vollständigen Liste: ReligionslehrerInnen, Erstkommunionkatecheten, Eltern, Kirchenmusiker, PastoralreferentIn, Priester, Großeltern, Paten, Gruppenleiter in der Pfarrjugend oder bei den Pfadfindern,…

Im Evangelium sagte Jesus sinngemäß: Bittet Gott darum, dass er MitarbeiterInnen zu euch schickt. Daher ist es zum einen gut, Gott immer wieder darum zu bitten, dass er uns immer wieder gute Religionslehrer, Pastoralreferenten, Katecheten, Gruppenleiter etc. schenkt. Zum anderen können wir den Satz zusätzlich so verstehen, dass wir uns bemühen, bspw. mit unseren Katecheten oder Gruppenleitern gut umzugehen, damit sie den Spaß an ihrem Engagement behalten.

Carsten Roeger