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19.11.2017 - 33. Sonntag im Jahreskreis

Ich bin, was ich bin – Bibelarbeit – Für Senioren

Thema/Anliegen: Nicht nur die jungen, auch die alten Menschen haben Kompetenzen und Fähigkeiten. Oft sind sie sich dessen selbst nicht bewusst. Gemeinsam darüber nachzudenken stärkt das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen.

Vorbereiten: Arbeitsblatt mit dem Gleichnis vom anvertrauten Geld (Mt 25,14-27) und den Impulsfragen für alle; Obst, für alle Anwesenden aus farbigem Papier geschnitten: Apfel, Birne, Kirsche, Weintraube, Zwetschge; für jede Obstsorte ein Körbchen, das beschriftet ist; Gotteslob; Filzstifte; Packpapier, auf das Körbe aufgezeichnet sind; UHU-Stic; Tische für die Obstkörbe und als Platz zum Schreiben.

Einführung

Die Wörter, mit denen alte Menschen manchmal bezeichnet werden, sind oft nicht sehr schön: Grufti, Friedhofsgemüse, altes Eisen, … Sie signalisieren: Du bist uninteressant, stehst im Wege, hast keinen Auftrag mehr. Immer wieder hört man aber auch von den alten Menschen selbst: Ich bin zu nichts mehr nütze! Ich falle anderen nur zur Last! Meine Meinung und meine Erfahrung interessieren niemanden. Heute Nachmittag wollen wir uns Gedanken darüber machen, inwieweit solche Einstellungen wirklich stimmen und was wir dagegensetzen können. Wir stimmen uns auf das Thema ein und singen zunächst gemeinsam das Lied: Hilf, Herr meines Lebens,…

Gemeinsames Lied: GL 440: »Hilf, Herr meines Lebens«

Bibeltext: Mt 25,14-27

Gespräch über das Gleichnis

Ich lade ein, in Kleingruppen über dieses Gleichnis zu sprechen und sich dabei über folgende Fragen, die auch auf dem Blatt stehen, Gedanken zu machen:
Was löst der Text in mir aus: Dank, Ärger, Stress, Schuldgefühle,…?
Mit welcher der handelnden Personen identifiziere ich mich?
Was bewegt mich an diesem Text?

Obstgarten

(Zunächst Großgruppe, dann Einzelarbeit und Gespräch in Kleingruppen, dann wieder Großgruppe.)

In dieser Bibelstelle ging es um Erwartungen, die ein Mensch an andere hat und die er erfüllt sehen möchte. Zwei erfüllen die Erwartungen, die an sie herangetragen werden, der Dritte nicht. Im Gegensatz zu den beiden anderen fehlt ihm offensichtlich dazu das Talent. Auf die Frage, ob der Mann dafür ein anderes hat, das den Herrn aber nicht interessiert, geht der Text nicht ein. Wir versuchen nun, diesen Text auf uns anzuwenden. Jeder von uns hat Fähigkeiten und Talente, jeder von uns ist den Erwartungen anderer ausgesetzt, hat aber auch Idealvorstellungen von sich selbst. Wir wollen dem weit nachspüren. Hier stehen Körbchen mit verschiedenem Obst, das aus Buntpapier ausgeschnitten ist. Jeder ist nun eingeladen, sich von jeder Sorte Obst ein Stück zu nehmen und darauf zu schreiben.

Apfel: Was ich kann

Birne: Was ich einmal konnte, inzwischen aber verlernt habe

Zwetschge: Was ich in den letzten Jahren dazu gelernt habe

Kirsche: Was ich mir noch aneignen möchte

Traube: Worum mich andere beneiden

Wenn Sie Ihr Obst beschriftet haben, suchen Sie sich unter den Anwesenden zwei Personen aus, mit denen Sie sich darüber austauschen möchten: Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede stellen wir fest? Was ist uns voneinander neu? Können wir etwas miteinander verwirklichen? (Gruppengespräch)

Nach den sicher recht interessanten und anregenden Gesprächen in den kleinen Gruppen setzen wir uns wieder im Kreis zusammen. Wir »ernten« jetzt unser Obst, d.h. wir sammeln zunächst alle Äpfel in einen Korb, dann alle Birnen, alle Zwetschgen usw. Wer möchte, kann dabei sagen, was auf seinem Apfel, seiner Birne, seiner Zwetschge usw. steht.

Der Talentekorb

Unser Obst, d.h. unsere Talente, sammeln wir nun in einem »Talentekorb«. Wir gestalten die Äpfel, Birnen und Zwetschgen, die Kirschen und Weintrauben in die auf dem Packpapier aufgezeichneten Körbe zu einer Collage. Wenn das ganze Obst aufgeklebt ist, wird die fertige Collage gemeinsam betrachtet und besprochen. So vielfältig und reichhaltig wie diese Obstkörbe gefüllt sind, sind wir. Wir haben vieles gemeinsam, wir ergänzen einander, ein jeder hat oder kann etwas, was ihn vom anderen unterscheidet und unverwechselbar macht. Manche Talente haben wir schon lange, andere sind uns erst durch das Älterwerden zugewachsen. Lässt sich die Behauptung halten, alte Menschen sind zu nichts nutze? Ihre Talente sind vielleicht anders, als sie erwartet werden und der damit verbundene Nutzen und Wert nicht auf den ersten Blick sichtbar. Doch es gibt ihn und es profitieren mehr davon, als es den Anschein hat. Darüber können wir dankbar sein und uns freuen. Wir singen gemeinsam.

Kanon: »Lasst uns miteinander singen, loben, preisen den Herrn«

GL Diözesanteile oder Liederbücher

Abschluss

Gott, du nimmst mich ernst und vertraust mir eine Aufgabe an. Sag mir dein Wort und stärke mich mit deiner Kraft, dann kann ich dir folgen.

Was du mir anvertraust, was du von mir erwartest, lass es mich erkennen.

Schwache Menschen machst du zu deinen Helfern. Durch sie wirkst du in der Welt. Ich stelle dir meine Kräfte zur Verfügung.

Nimm von mir alle Ängstlichkeit und alle Bedenken! Du hast mich zu dem berufen, zu dem kein anderer berufen ist.

Ob ich reich bin oder arm, angesehen oder nicht, du kennst mich und rechnest mit mir.

Lass mich zunehmen an Tiefe im Glauben, im Mut, ihn durch mein Leben zu verkünden, und vollende das Werk, das du mit mir begonnen hast.

Hanns Sauter