Modelle und Anregungen für alle, die Gottesdienste vorbereiten

Abonnement Hefte

Gratis-Ideen aus dem Heft

11.02.2018 - 6. Sonntag im Jahreskreis

Ja freuet euch im Herrn –Wort-Gottes-Feier im Fasching – Für alle

Vorbereiten: Blumen und Blumenvase

Besondere Aufgaben: Fünf Personen in Verkleidung, die die Einführung mitgestalten.
Zu Lob- und Danksagung sowie zu den Fürbitten alle Anwesenden einladen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters … Gott, der uns Freude schenkt, sei mit euch!

Einführung

Einer der bekanntesten Stellen aus den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils lautet: Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände…«

Während der Einleitung stellen sich hüpfend, tanzend, winkend, lachend fünf maskierte Personen neben den Ambo.

Erste maskierte Person winkt den Gottesdienstbesuchern zu: Hallo, was macht ihr da? Warum schaut ihr so ernst? Gibt es hier denn nichts zu lachen?

Zweite maskierte Person wendet sich zu den anderen maskierten Personen: Kommt, wir wollen lachen, tanzen und springen!

GL: Halt mal! Was fällt euch ein? Wir beginnen gerade mit einem Gottesdienst. Da stört ihr nur. Ein Gottesdienst ist doch eine feierliche Sache! Und die Kirche ist schon gar kein Turnsaal!

Dritte maskierte Person: Wer sagt denn, dass Beten immer heißt: still sitzen und ein ernstes Gesicht machen?

GL: Niemand, aber das heißt noch lange nicht, dass Herumturnen erlaubt ist!

Vierte maskierte Person: Es gibt aber viele Möglichkeiten zu beten. Da gibt es auch eine Geschichte dazu.

Fünfte maskierte Person- wendet sich an die Gottesdienstbesucher: Soll ich sie erzählen? Sie ist ganz spannend!

GL: Wenn es unbedingt sein muss! Von mir aus.

Fünfte maskierte Person beginnt:

*

Die Geschichte heißt: Geschichte vom betenden Gaukler.

Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und springend herumzog und seine Späße machte. Eines Tages aber machte ihm das Herumziehen keine Freude mehr. Er wollte sein Leben ändern und es schweigend und betend verbringen. Daher trat er in ein Kloster ein, doch das Leben dort blieb ihm fremd. Alles, was ihm bisher etwas bedeutet hatte, alles, was er konnte, zählte nun nichts mehr: Rad schlagen, tanzen, singen, Späße machen. Daher fühlte er sich fehl am Platz. Mit den feierlichen Gesängen der anderen Mönche konnte er gar nichts anfangen. Eines Tages hielt er dies nicht mehr aus und- während die anderen Mönche in die Kirche zum Gebet zusammenkamen- ging er heimlich in eine abgelegene Kapelle, zog sein buntes Gewand an und begann vor dem Altar zu tanzen. Während die anderen Mönche feierlich ruhig sangen, hüpfte und sprang er wie er es früher getan hatte: ging auf den Händen, schlug Rad, schwang sich hoch in die Luft- bis er nicht mehr konnte.

Er hatte nicht bemerkt, dass ein anderer Mönch ihn beobachtete und dem Abt von seinem in einer Kirche unüblichen Verhalten berichtete. Am anderen Tag ging der Gaukler-Mönch wieder in die Kapelle, um dort zu tanzen. Nun beobachtete ihn heimlich der Abt. Am anderen Tag rief er den Gaukler zu sich. Der tanzende Mönch rechnete damit, bestraft und aus dem Kloster ausgeschlossen zu werden, und wollte freiwillig das Kloster verlassen. Doch der Abt verbeugte sich vor ihm und sagte: »Durch deinen Tanz hat du Gott mit Leib und Seele gelobt. Du warst voller Freude und während ich dich beobachtete, wurde auch ich innerlich froh. Ich habe verstanden: Es gibt viele Möglichkeiten, Gott zu loben. Aber es kommt darauf an, dass dein Herz bei dem ist, was du tust. Hierin bist du uns anderen Mönchen ein Vorbild.«

*

Vierte maskierte Person zum GL: Was sagst du jetzt?

GL: Eine Geschichte, die wirklich nahe geht. Der…

Dritte maskierte Person unterbricht: Der Gaukler-Mönch lobt Gott durch das, was er kann: tanzen, springen, singen, Späße machen. Was er tut, tut er mit ganzem Herzen.

Zweite maskierte Person: Der Abt hat das genau verstanden! Das Gebet, das am besten zu dem Mönch passt, sind seine Kunststücke. Genau damit aber bereichert er das Gebet der ganzen Klostergemeinschaft.

Erste maskierte Person: Ja, es gibt viele Möglichkeiten zu beten. Beten wir, wenn wir beten, auch immer so aus ganzem Herzen?

GL: Dank euch, ihr Masken, für eure Worte und Gedanken! Bleibt da und feiert mit uns! Wir wollen uns darauf besinnen, dass Gott einem jeden von uns viele sympathische Seiten geschenkt hat, dass wir alle- jeder auf seine Art und Weise- Freude bereiten und Freude ausstrahlen können und uns die Freude mit Jesus verbindet.

Besinnung

Herr Jesus Christus,
wohin du gekommen bist, hast du Freude verbreitet:- Alle: Hast du Freude bereitet.
Du nennst uns deine Freunde:- Alle: Du nennst uns deine Freunde.
Deine Freude soll in uns bleiben:- Alle: Deine Freude soll in uns bleiben.

Lied

Liederbücher: »Brüder ruft in Freude, ja der Herr ist nah«

Gebet

Lebendiger Gott, ohne Freude können wir nicht leben. Sorgen und Ängste machen uns im Alltag aber oft das Leben schwer und verstellen den Blick auf seine schönen und freudigen Seiten. Lass uns nicht vergessen, dass nicht Angst, Sorge und Mutlosigkeit von dir kommen, sondern Freude, Glück und Frohsinn. Mach uns zu Menschen, die aus der Freude leben und die Freude weiter vermitteln. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Hinführung zur Lesung

Ein Fest mit Musik und Tanz gehört in Israel zum Gottesdienst. Wir hören dazu ein Beispiel aus dem Leben von König David.

Lesung: 2Sam 6,1-6,12-14

Lied

Die fünf Maskierten stimmen an und dirigieren:

»Lasst uns miteinander, lasst uns miteinander singen, loben, preisen den Herrn.«

Hinführung zum Evangelium

Jesus möchte dass wir ein Leben in Freude führen können. Er sagt uns, was dazu wichtig und notwendig ist.

Evangelium: Joh 15,9-11

Predigt

An diesen närrischen Faschingstagen
pflegt man die Wahrheit in Reimen zu sagen,
drum mach ich es auch so und zögere nicht
und bring meine Gedanken heut als Gedicht.

Was könnt ich als Thema Besseres finden,
als laut von der Freude euch allen zu künden;
denn in der Bibel, dem heiligen Buch,
steht von der Freude mehr als genug.

Die »Frohe Botschaft« heißt ja auch drum
das heilige Evangelium.
Und auch das Alte Testament
an vielen Stellen die Freude nennt.

Schauen wir in das Buch hinein, lesen wir:
»Ihr sollt vor Gott stets fröhlich sein« und
»Frohsinn gibt Menschen ein langes Leben.«
»Die Freude wird uns vom Herrn gegeben«,

so steht es bei Sirach, und der Psalmist
schreibt, dass »der Gott meiner Jugend meine Freude ist«.
»Ich werde' eure Trauer in Freude verwandeln«,
schreibt Jesaja, »denn Gott wird handeln.«

Der Engel sprach zu den Hirten im Feld
»Ich verkünde große Freude der ganzen Welt!«
Mit Freude fand der Gute Hirte,
das arme Schäflein, das sich verirrte,

und ebenso herrscht im Himmel viel Freude
über den Sünder, der von Herzen bereute.
»Damit unsere Freude vollkommen werde«,
so schreibt Johannes, »kam Jesus zur Erde« -

und »Niemand kann uns diese Freude nehmen.«
Hier muss ich auch noch den Paulus erwähnen,
der schreibt im Brief: »Freut euch allezeit!«
»Übt fröhlich und stets Barmherzigkeit.«

»Die Frucht des Geistes«, nennt Paulus die Freude,
und, erstmal im Himmel, freuen sich die Leute!
Ein fröhliches Festmahl wird dort gehalten,
es werden sich freuen die Jungen und Alten.

Für Griesgrame ist bei Gott kein Platz,
drum ende ich jetzt mit dem einen Satz:
Freude soll herrschen unter allen, die kamen,
aus dieser Freude rufen wir alle jetzt:

Amen!

Bibelstellen: Dtn 12,7; Dtn 26,11; Ps 92,5; Sir 1,12; Sir 30,22; Sir 34,20; Ps 43,4; Jes 61,3; Lk 2,10; Lk 15,6; Lk 15,7; Joh 15,11, Joh 16,22; 1Joh 1,4; Phil 4,4f.; Gal5,22; Jes 25,6

(aus IDW 2/2016)

Lob und Dank für alles, was uns Freude macht

Wir wollen jetzt sammeln, was uns Freude macht, und dafür Gott und auch denen, die uns Freude bereiten, danken. Wer ein Lob oder einen Dank aussprechen möchte, nimmt eine der bereitliegen Blumen und steckt sie in die Vase.

  • Für die Kleinigkeit, die zum Innehalten und Staunen einlädt
  • Für die kleine Überraschung, die den Tag verschönt
  • Für das Kompliment, das mir gemacht wird
  • Für das aufmunternde Zulächeln bei einer schwierigen Situation
  • Für die nette Geste, die mich einlädt, dazuzukommen
  • Für den Blick, der Versöhnung signalisiert
  • Für den, der mich immer wieder besucht
  • Für die Spielkameraden, die immer da sind
  • Für alle, die mich immer wieder zum Lachen bringen

Was uns nicht alles Freude macht! Die bunten Blumen sind dafür noch ein ganz besonderes Zeichen! Wir danken dafür mit einem schwungvollen Lied:

Lied

Liederbücher: »Ja freuet euch im Herrn und jubelt immerdar«

oder: Ein Lied mit Bewegungen oder ein Tanz um die Blumenvase.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, wo du bist, ist kein Platz für Angst, Depression und Heuchelei. Wir bitten dich:

Für alle, die kaum mehr fröhlich lachen können:

Alle: Gib ihnen Kraft und Mut!

  • Für alle, die zum Selbstschutz eine Maske aufsetzen:
  • Für alle, die immer nur auf das Schlechte und Unvollkommene schauen:
  • Für alle, die sich selbst nicht mögen:
  • Für alle, die in Depression, Angst und Mutlosigkeit versinken:

Herr Jesus Christus, deine Nähe schenkt uns Gelassenheit, Freude und Zuversicht. Dafür danken wir dir heute und alle Tage und in alle Ewigkeit. Amen.

Vaterunser und Friedensgruß

Wir fassen unser Lob, unseren Dank und unsere Bitte noch einmal im Gebet zusammen, das uns Jesus gelehrt hat…,

und wünschen einander: »Auch durch dich komme Freude und Friede in die Welt.«

Gebet

Guter Gott,

du rufst uns zu Leben und Freude. Diese Feier hat uns neu darin bestärkt, mehr auf das Gute zu schauen und uns vom weniger Guten nicht entmutigen zu lassen. Gib, dass die Freude unser Leben prägt, so dass auch wir durch Freude und Frieden wachsen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Segenswort

Seid gesegnet vom Gott unserer Freude und bringt Segen in eure Umgebung und zu den Menschen, die euch begegnen.

Lied

Liederbücher: »Danket, danket dem Herrn« (Kanon)

Hanns Sauter